seniorbook

Computer & Technik

QR-Code - Pixel, die die Welt bedeuten

Erster QR Code im Museum für Hamburgische Geschichte
Foto 1 von 2

Sie kennen sicher diese kleinen schraffierten Balken auf den Produkten aus dem Supermarkt - der Barcode ist so genial wie einfach. Die Daten werden in den Scanner eingelesen und lieferen prompt Informationen wie zum Beispiel die Produktbezeichnung, den Preis und die Verfügbarkeit. Doch der traditionelle Strichcode hat ausgedient, denn mithilfe der Balken konnte nur eine begrenzte Menge von Daten abgerufen werden und das Verfahren war ziemlich umständlich.

Letztlich enthält der Strichcode nur eine Abfolge von Ziffern - nichts anderes. Der Scanner liest die Ziffernabfolge, leitet diese an einen Computer weiter und der wiederum forderte bei einem weiteren Computer im Netzwerk die dazugehörigen Informationen aus einer Datenbank an und stellte diese, sowie er sie erhielt, auf dem Display dar. War allerdings die Datenbank gerade nicht verfügbar, blieben auch die Informationen auf der Strecke. Und wenn zwei verschiedene Unternehmen unterschiedliche Produkte mit dem gleichen Code gekennzeichnet hatten, kam es natürlich zu Missverständnissen. Man suchte also nach einer Lösung, bei der die Detail-Informationen direkt im Code abgespeichert werden konnte und fand sie: den QR-Code (Quick-Response-Code ). QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes und sie enthalten über 3000 Zeichen auf kleinstem Raum. Die Informationen werden nicht mehr durch Balken, sondern durch schwarze und weiße Pixel dargestellt.

Eine Brücke zwischen Print und Internet

Taggingprozess

Bild: Marvin Hegen, http://mobile-tagging.blogspot.com/

QR-Codes enthalten Text ‑ aber eben nur Text. Was kann man also damit anstellen? Wenn der eingescannte Text mit http:// beginnt, erkennt die Scanner-Software, dass es sich dabei um eine Website handelt. Sie wirft den Browser an und öffnet die betreffende Seite. Wenn Sie selbst eine Website besitzen, generieren Sie einfach einen QR-Code und veröffentlichen diesen zum Beispiel auf Flyern, Visitenkarten oder Produkten. Die Nutzer müssen nicht erst eine lange Webadresse notieren, sondern können nun einfach den Code scannen und direkt zu Ihrer Website gehen (mobile tagging). Enthält der eingescannte Text Ihren Namen, Ihre Telefonnummer, Ihre E-Mail-Adresse und mehr, erkennt der Scanner das als Kontakt und wird Ihnen anbieten, die Kontaktdaten in Ihrem Adressbuch zu speichern, ohne dass Sie lange herumtippen müssen. Enthält der Text Längen-und Breitenangaben, öffnet der Scanner Google Maps und zeigt die exakte geographische Lage an.

QR-Code-GeneratorAber Sie können noch viel mehr in die kleinen quadratischen Kästchen packen: Schreiben Sie eine SMS, fügen Sie einen Kalendereintrag hinzu, verlinken Sie Videos, seniorbook-Artikel, Gedichte, Bildergalerien oder eine MP3-Datei und versenden Sie diese an Freunde. Der Code kann einfach alles, was ein Smartphone eben so verarbeiten kann. Kostenlose QR-Code-Apps sind für fast jedes Smartphone mit Kamera verfügbar und sie können in der Regel beides – QR-Codes erstellen und lesen.

Grabstein 2.0

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe wirklich intelligenter Anwendungen für den cleveren Code -  die Fahrplanauskunft zum Beispiel. In kanadischen Museen wird mobile tagging inzwischen eingesetzt, um für die Besucher zusätzliche Informationen zu den Ausstellungsobjekten bereitzustellen, Gibraltar klärt seine Touristen per QR-Matrix über sämtliche Sehenswürdigkeiten vor Ort auf und auch die Stadt Frankfurt brachte bereits Pixel-Codes an Denkmälern, Brunnen und Kunstwerken im Stadtraum an. H & M nähte den Code in Kleidungsstücke ein und die Konsumenten konnten ihn dann beim nächsten Einkauf als Gutschein nutzen, die FAZ hat bereits ein Gewinnspiel damit realisiert und eine besonders originelle Form der Anwendung entwickelte ein Kölner Steinmetzmeister: den Grabstein 2.0. Per eingemeißeltem QR-Code können sich die lieben Anverwandten nunmehr auf dem Friedhof ins Internet einklinken und ein wenig in der Lebensgeschichte des Verstorbenen schmökern.

QR-Code inspiriert Kunst und Design

Sogar die Kunst hat das Gepixel inzwischen für sich entdeckt: Die australische Künstlerin Yiying Lu versteckt QR-Codes in ihren Bildern und unter Designern ist das Spiel mit den Elementen der Matrix längst eine Frage der Ehre. Der Trick an den Codes ist nämlich deren Fehlertoleranz: Die Daten können auch dann noch gelesen werden, wenn bis zu 30 Prozent des Codes beschädigt sind. Diese Eigenschaft nutzen Designer, um sich an den kleinen Kästchen kreativ auszutoben. Logo war gestern – die Zukunft liegt in den Pixeln! Jede Organisation, die auf sich hält, bastelt ihr eigenes Branding in die kleinen Quadrate hinein. Unverwechselbar und einzigartig sollte es sein und natürlich im Rahmen des eigenen Corporate Image. Und so prangt uns zum Beispiel zwischen den Pixeln der Touristikgemeinschaft Kurpfalz ein kleines Krönchen entgegen - die digitale Schnittstelle zu Kultur und Tradition.

Tücken der Technik

Natürlich bringt auch der QR-Code kleine Tücken mit sich: Er weckt die Neugier und verleitet zum schnellen Klick. Doch dahinter können sich auch unseriöse Inhalte oder sogar kleine Schad-Programme verbergen, die auf dem Smartphone verdeckte Anwendungen ausführen. Zum Schutz vor solchen Übergriffen wird jedoch der Inhalt zunächst nur in einer Vorschau angezeigt und nicht unmittelbar ausgeführt.

Linktipp: QR-Code-Generator – erstellen Sie selbst QR-Codes (lizenzfrei, kostenlos)

seniorbook lesen ist gut, aktiv mitmachen noch besser.
Jetzt registrieren und alle Vorzüge von seniorbook nutzen!
Jetzt ausprobieren

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Rocket Fuel