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Das internationale Puppenfestival in Neustadt bei Coburg

Jedes Jahr im Mai verwandelt sich die idyllische Stadt Neustadt bei Coburg zum Eldorado für Puppen- und Spielzeugsammler aus der ganzen Welt. In diesem Jahr feiert die oberfränkische Europastadt das einwöchige Festival bereits zum 21. Mal. Vom 13. bis zum 20. Mai 2012 dürfen Besucher und Einheimische die bunte Vielfalt von Teddybären, Puppen und Miniaturen, Blechspielzeug, Eisenbahnen, Elastolin-Figuren, neuem und historischem Weihnachtsschmuck bestaunen.

Zwischen den Ausläufern des Thüringer Waldes und dem schönen Frankenland gelegen ist die Region um Coburg wegen seiner faszinierenden Landschaft ohnehin immer eine Reise wert - gerade im Frühjahr. Doch das westliche Oberfranken hat weit mehr zu bieten: Bereits zu Beginn der Neuzeit wurde die Spielzeugindustrie im verkehrsgünstig an der Handelshauptstraße zwischen Nürnberg und Leipzig gelegenen Städtchen zu einem der zentralen Wirtschaftsfaktoren. Bedingt durch die Nähe zum Thüringer Wald waren holzverarbeitende Handwerksberufe wie Büttner, Drechsler oder Schreiner dort bereits im Mittelalter weit verbreitet. Später stellten die Holzwerker neben ihren Haupttätigkeiten zunehmend auch sogenannte „Docken" (also Spielzeug) aus Holz her. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Spielwarenherstellung und später die Spielwarenindustrie zum wichtigsten Wirtschaftszweig für das oberfränkische Städtchen.

Bis zum ersten Weltkrieg entwickelte sich in und um die kleine Frankenmetropole mit dem schwarzen Löwen im Wappen ein reges Spielwarengewerbe, das in der ganzen Welt einen klingenden Ruf genoss. Im zwanzigsten Jahrhunderts musste das Neustädter Puppenwesen jedoch einige herbe Rückschläge hinnehmen, Handel und Export kamen so gut wie zum Erliegen.

Mit der Nachbarstadt Sonneberg in Thüringen verband Neustadt schon früh eine enge Partnerschaft - beide hatten sich auf die Spielzeugherstellung spezialisiert und konnten so gegenseitig voneinander profitieren. Als sich durch die Wende die Grenzen zwischen Thüringen und Oberfranken wieder öffneten, besann man sich auf die lange gemeinsame Tradition. Und so wurde im Jahre 1991 zum ersten Mal das Neustädter Puppenfestival veranstaltet. Seither findet diese weltgrößte Messe für Puppen- und Spielzeugsammler jährlich statt und begeistert regelmäßig zehntausende Besucher.

Neben den obligatorischen Sammlerbörsen für Porzellanpuppen, Teddybären, Blechspielzeug oder Hummelfiguren und vielen weiteren klassischen Spielzeugartikeln bietet das Puppenfestival Neustadt jedes Jahr auch Workshops zum Selbstgestalten, Führungen in Spielzeugmanufakturen und die Verleihung eines der wichtigsten Fachpreise der Branche: Der Meister-Teddy-Wettbewerb zeichnet alljährlich die besten handgemachten Teddybären der Welt aus.

Und nicht nur die Neustädter feiern. Auch das direkt angrenzende Sonneberg lädt die Besucher ein, sich zum Beispiel im 1901 gegründeten Deutschen Spielzeugmuseum, dem ältesten seiner Art, einen Überblick über Geschichte und Tradition des klassischen Spielzeugs zu verschaffen.

Eine der jüngsten Attraktionen bildet die Teddybären-Aktionsplattform. Hier können Einsteiger kostenlos in das „plüschige Hobby" hinein schnuppern. Fachleute vermitteln hier Einblicke in Füllstoffe, Gelenkherstellung, Augenauswahl und natürlich die professionelle Verarbeitung von Plüsch.

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