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Philosophie & Religion

Tod der Mutter - angekündigt durch einen Traum

Träume als Vorwarnung

Rückblickend fällt es mir schwer zu glauben, dass ich den Zeitfaktor des Traums nicht erkannte, der mich auf einen nahen Tod meiner Mutter aufmerksam machte.

Wie konnte das nur passieren, wo ich meine Mutter doch so liebte? Ich drehte dem Traum den Rücken zu, indem ich mir einredete, noch genug Zeit zum Handeln zu haben. Ich sagte mir, dass es keine Anlass gäbe, sofort nach Deutschland zu fliegen. Ich weiß jetzt, dass es mir einfach unmöglich war, mich mit der Bedeutung des Traums zu befassen.

Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich im Traum nur einen Vorgang gesehen hatte, der noch ein weiter Zukunft lag. Obwohl meine Mutter fast 88 Jahre alt war, konnte ich den Gedanken nicht verkraften, dass sie mir innerhalb kurzer Zeit genommen würde. Ich hatte sie so gern. Und so ignorierte ich aus Angst einen der wichtigsten Träume meines Lebens und bemühte mich, die Gedanken an ihren Tod zu verdrängen.

Die Träumerin, die in mir ruhte, hätte wissen sollen, dass es keinen blitzartigen Moment im Traum gab, der das Todesdatum vor mir aufleuchten ließ.

Die Ironie in dieser Sache lag darin, dass der Traum zu einem perfekten Zeitpunkt kam. Er gab mir 2 Wochen und somit genug zeit zum packen, zur Vorbereitung der Reise und sogar für eine verbilligte Flugreise – 7 tage vor Abfahrt. Mir standen keine unbegrenzten Fonds zur Verfügung und scheinbar zog mein Unterbewusstsein dies in Betracht. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, ziehe ich meist Preisvergleiche und freue mich, wenn ich schließlich das beste Angebot in der Hand halte. Hier konnte es sich aber um keinen Notfall handeln, denn Mutti war trotz ihres fortgeschrittenen Alters in recht guter Verfassung. Ihr Tod kam plötzlich und unerwartet nach einer Blinddarmoperation.

Der Traum vom Tod

Im Traum saß ich in einem kleinen Wägelchen, das auf Schienen lief und aus einer Tür geschossen kam, die sich sofort hinter mir schloss. Ein Zurück war ausgeschlossen. Das Gefährt wurde von einer mir unbekannten Macht in Bewegung gesetzt und sofort gewann es an Geschwindigkeit und fuhr schneller und schneller auf eine mir unbekannte Haltestelle zu. Der Weg führte durch ein wunderschönes Panorama – zu meiner rechten hohe Berge, von der Abendsonne zu glühender Pracht verzaubert und zu meiner linken erstreckte sich eine weite mit bunten Blumen bedeckte Fläche. Während ich mich noch an der herrlichen Landschaft zu beiden Seiten erfreute, ergriff mich eine zunehmende Angst. Je schneller der Wagen fuhr, desto mehr steigerte sich mein Gefühl einer düsteren Vorahnung. Mir wurde klar, dass es auf dieser Fahrt keine Bremsen gab. Wo auch immer diese Reise hinführte und enden würde, ich hatte keine Kontrolle darüber. Und dann sah ich es: ich sauste im vollem Tempo auf den dunklen Eingang eines Tunnels zu. Oh, wie ich wünschte abzuspringen und Halt zu gewinnen, doch das war unmöglich.

Zu meinem Erstaunen war der Tunnel nicht ganz dunkel - weiter unten war ein Licht. Und dann rollte ich - jetzt langsam – auf den Lichtkreis zu und ich sah meine Mutter. Ein lichter Kreis beleuchtete ein Bett, das auf einer erhöhten Bühne aufgestellt war. In dem Bett lag meine sterbende Mutter.

Und zu gleicher Zeit sah ich mich: Ich stand an ihrem Bett, meine Arme um sie geschlungen und weinte ganz bitterlich. Unzählige Tränen liefen über meine Wangen – das Licht verfing sich in den schillernden Tropfen, sodass sie wie Silberfäden auf ihr weißes Haar tropften und eine Aura von Licht um ihren Kopf bildeten.

Der bevorstehende Tod der Mutter war mir in großen, beeindruckenden Buchstaben nahe gebracht worden. Selbst ohne Datum war der kurz bevorstehende Todestag angesagt worden. Das sich steigernde Tempo und die nicht vorhandenen Bremsen deuteten an, dass Eile geboten.

Die untergehende Sonne war das Symbol für ein langes Leben, das sich nun dem Ende neigte. Das Blumenfeld war der Teppich, der aus mütterlicher Liebe gewebt war und der Tunnel symbolisierte schließlich den Übergang von einem Leben zum anderen - bestimmt keine Wand, an der alles endet.

Ich hatte damals nicht an den baldigen Tod meiner Mutter glauben wollen und flog erst zur Beerdigung nach Deutschland. Jetzt aber bei der Übersetzung kommt mir der Gedanke, warum ich nicht vorher daran gedacht habe und die Trauer steigt wieder in mit hoch. Ich war bei meiner Mutter, als sie starb – ich habe mich am Sterbebett gesehen! Es ist lediglich ein Kapitel der “Seelenwanderung”.

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2 Kommentare

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ja, wir sehen uns wieder. ich war einige male dort oben - immer spontan. leider kann ich es nicht einrichten, sonst wuerde ich es oefter tun. versuchen es zu zwingen oder damit zu spielen, ist gefaehrlich. die toten stehen mir wahrscheinlich naeher, weil ich nicht fuer diese wekt bestimmt war. sie haben bei mir pate gestanden. ich uebersetzte den beitrag vom englischen ins deutsche, wobei mir irgendwie erst klar wurde, dass der traum einen doppelten zweck hatte,. er machte mich zeitig auf den tod der mutter aufmerksam, aber er zeigte mir auch, dass ich bei ihr war, weil ich mich im traum an ihrer seite gesehen hatte.mancher traum hat mich im leben geleitet.

vielen dank fuer dein kommentar und dein lesenswert. LG ursula

  • 21.12.2013, 20:44 Uhr
  • 1
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Ja , das war´s ebend . Ich wäre nach so einem aussagekräftigen Traum sofort hin geflogen ! Zumal das Alter von 88 Jahren nicht mehr viel Zeit lassen kann .

Aber wit sehen uns ja alle wieder Grüßle vom Bodensee .

Ps: Ich hatte auch einige gravierende Träume in meinem Leben !

  • 21.12.2013, 18:14 Uhr
  • 0
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